Faltbare Smartphones werden seit Jahren als nächste große Entwicklungsstufe des Smartphones gehandelt. Doch neue Nutzungsdaten zeigen: Zumindest in Deutschland sind Foldables weiterhin eine ausgesprochene Nische.
Eine aktuelle Auswertung von Speedtest-Daten zeigt, dass faltbare Smartphones hierzulande weniger als ein Prozent der erfassten Smartphone-Samples ausmachen.
International gibt es allerdings enorme Unterschiede. Während Deutschland bei unter einem Prozent liegt, erreichen Foldables in den USA rund drei Prozent. In Südkorea sind es sogar etwa neun Prozent.
Gleichzeitig zeigen die Daten sehr deutlich, welcher Hersteller den Foldable-Markt bislang prägt: Samsung.
Für die Analyse wurden Speedtest-Daten aus dem Jahr 2026 bis Anfang September ausgewertet.
Demnach entfielen weltweit lediglich rund 1,4 Prozent aller Smartphone-Speedtest-Samples auf faltbare Geräte.
Das ist bemerkenswert, denn seit dem ersten kommerziell verfügbaren Galaxy Fold sind inzwischen mehrere Jahre vergangen. Zahlreiche Hersteller bieten mittlerweile faltbare Smartphones an.
Trotzdem haben Foldables klassische Smartphones bislang nicht annähernd verdrängt.
Besonders groß sind die regionalen Unterschiede:
Gerade Deutschland fällt damit trotz seiner hohen Smartphone-Verbreitung als vergleichsweise schwacher Foldable-Markt auf.
Noch deutlicher fällt das Ergebnis beim Blick auf die Hersteller aus.
76,2 Prozent aller weltweit erfassten Foldable-Speedtest-Samples stammen von Samsung-Geräten.
Auch die Rangliste der einzelnen Modelle wird von Samsung dominiert.
Das Galaxy Z Fold7 erreicht alleine einen Anteil von 24,2 Prozent an den ausgewerteten Foldable-Samples.
Danach folgen:
Damit stammen acht der zehn am häufigsten erfassten Foldables von Samsung.
Honor schafft es mit dem Magic V5 und Magic V3 als einziger anderer Hersteller in die Top 10.
Interessant ist auch die Entwicklung der unterschiedlichen Bauformen.
Foldables im klassischen Book-Style, die sich wie ein kleines Buch öffnen lassen, stellen inzwischen etwa drei Viertel aller ausgewerteten faltbaren Smartphones.
Flip-Smartphones verlieren dagegen leicht an Bedeutung.
Gleichzeitig entsteht eine dritte Kategorie: besonders breite Foldables im sogenannten Passport-Format.
Ihr Anteil liegt bislang lediglich bei rund 3,3 Prozent.
Das könnte sich allerdings schnell ändern. Neue Geräte setzen zunehmend auf ein breiteres Seitenverhältnis, und auch Apples erstes Foldable iPhone Duo verwendet ein entsprechendes Konzept.
Damit könnte sich die Bauform innerhalb des Foldable-Marktes erneut deutlich verschieben.
Die Speedtest-Daten liefern nicht nur Informationen über die Verbreitung der Geräte.
Ookla verglich außerdem mehrere faltbare Smartphones mit klassischen Smartphones desselben Herstellers, die auf vergleichbarer Hardware basieren.
Dabei zeigte sich ein überraschendes Ergebnis.
Moderne Book-Style-Foldables erreichten teilweise höhere Download- und Upload-Geschwindigkeiten als vergleichbare klassische Smartphones.
Allerdings gibt es offenbar einen Nachteil: Foldables werden unter Belastung tendenziell wärmer.
Beim Galaxy Z Fold8 Ultra wurde beispielsweise eine um rund 0,34 Grad Celsius höhere Akkutemperatur gegenüber dem Galaxy S26 Ultra festgestellt.
Auch bei der Signalqualität zeigten sich teilweise kleinere Nachteile.
Eine mögliche Erklärung liegt in der komplizierten Konstruktion. In einem besonders dünnen faltbaren Gehäuse müssen Akku, Antennen, Prozessor, Kameras und Kühlsystem auf mehrere Gehäusehälften verteilt werden.
Besonders interessant werden diese Zahlen durch Apples Einstieg in den Foldable-Markt.
Mit dem iPhone Duo erreicht die Geräteklasse erstmals die riesige iPhone-Nutzerbasis.
Ob das reicht, Foldables endgültig aus ihrer Nische zu holen, bleibt allerdings offen.
Gerade der Blick auf Deutschland zeigt, wie groß das Wachstumspotenzial noch ist: Wenn aktuell weniger als ein Prozent der ausgewerteten Smartphones faltbar sind, ist der Massenmarkt noch weit entfernt.
Gleichzeitig könnte genau darin die Chance liegen.
Sollten Apple, Samsung, Honor, Xiaomi, Huawei, Google, Motorola und weitere Hersteller Foldables günstiger, leichter und robuster machen, könnte sich die Verbreitung in den kommenden Jahren deutlich beschleunigen.
Die nächsten Speedtest-Auswertungen dürften deshalb besonders interessant werden. Dann wird sich erstmals messen lassen, ob Apples Einstieg tatsächlich zusätzliche Nutzer für Foldables gewinnt – oder ob faltbare Smartphones trotz immer besserer Technik vorerst eine Premium-Nische bleiben.
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