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Galaxy Z Fold8 erfolgreicher als erwartet: Samsung kämpft jetzt mit Chip-Engpass

28.08.2026·7 Min. Lesezeit·Von adminfp

Der Erfolg des Galaxy Z Fold8 bringt Samsung offenbar in eine ungewöhnliche Situation. Die Nachfrage nach dem neuen Foldable soll die ursprünglichen Erwartungen des Herstellers übertreffen. Samsung hat deshalb die Bestellungen wichtiger Komponenten erhöht – doch ausgerechnet ein spezieller Chip für das Display lässt sich kurzfristig nicht in ausreichender Menge beschaffen.

Nach einem aktuellen Bericht aus Südkorea ist die Versorgung mit sogenannten Display Driver ICs (DDI) inzwischen so angespannt, dass Samsung sogar Komponenten nutzen will, die ursprünglich für Entwicklungsarbeiten im kommenden Jahr vorgesehen waren.

Nachfrage nach dem Galaxy Z Fold8 höher als geplant

Dass Samsungs neue Foldable-Generation gut gestartet ist, wissen wir bereits.

In Europa lagen die Vorbestellungen der neuen Galaxy-Z-Serie nach Samsung-Angaben mehr als 20 Prozent über denen der Vorgängergeneration. Das Galaxy Z Fold8 entwickelte sich dabei zum Überraschungserfolg und machte fast 40 Prozent der europäischen Vorbestellungen aus.

Nun gibt es ein weiteres Indiz dafür, dass Samsung die Nachfrage nach dem neuen Formfaktor möglicherweise unterschätzt hat.

Laut ZDNet Korea erhöht Samsung derzeit die Bestellungen verschiedener Bauteile für das Galaxy Z Fold8.

Besonders knapp ist dabei offenbar ein Bauteil, das die meisten Smartphone-Käufer vermutlich noch nie bewusst wahrgenommen haben.

Was ist ein Display Driver IC?

Das Problem betrifft den Display Driver IC, kurz DDI.

Vereinfacht gesagt bildet dieser Chip die Schnittstelle zwischen dem Smartphone und seinem OLED-Display.

Der Prozessor des Smartphones berechnet, was auf dem Bildschirm dargestellt werden soll. Der Displaytreiber sorgt anschließend dafür, dass die entsprechenden Pixel des OLED-Panels tatsächlich korrekt angesteuert werden.

Bei Millionen Bildpunkten und hohen Bildwiederholraten geschieht das permanent und extrem schnell.

Ohne passenden Displaytreiber funktioniert das OLED-Panel deshalb nicht.

Und genau dieser Chip wird beim Galaxy Z Fold8 nun offenbar zum Produktionsengpass.

Samsung entwickelt den Chip – UMC produziert ihn

Interessant ist die Lieferkette.

Der DDI des Galaxy Z Fold8 wird von Samsungs eigener System-LSI-Sparte entwickelt.

Produziert wird er allerdings nicht bei Samsung selbst.

Die Fertigung übernimmt der taiwanische Halbleiterhersteller UMC (United Microelectronics Corporation) in einem 22-Nanometer-Prozess.

Und genau dort liegt derzeit das Problem.

Nach Angaben aus der südkoreanischen Halbleiterbranche ist die entsprechende 22-nm-Produktionskapazität bei UMC bereits weitgehend ausgelastet.

Samsung kann deshalb nicht einfach zusätzliche Chips bestellen und wenige Tage später mit deutlich größeren Mengen rechnen.

Samsung soll sogar eine Expressfertigung angefragt haben

Der Engpass scheint so relevant zu sein, dass Samsung versucht haben soll, die Produktion zu beschleunigen.

Dem Bericht zufolge fragte Samsung bei UMC nach einem sogenannten „Super Hot Run“.

Halbleiterfabriken können besonders wichtige Wafer gegenüber normalen Produktionsaufträgen priorisieren. Ein Super Hot Run stellt dabei eine besonders hohe Prioritätsstufe dar.

Das Problem: Die Produktionslinien sind bereits mit anderen Aufträgen belegt.

UMC soll Samsung deshalb signalisiert haben, dass sich die Fertigung nicht ohne Weiteres entsprechend beschleunigen lässt.

Für mehr Galaxy-Z-Fold8-Chips müssten schließlich andere bereits geplante Produktionsaufträge verschoben werden.

Warum Samsung nicht einfach Chips vom Fold8 Ultra nehmen kann

Bei gewöhnlichen Speicherchips wäre ein Engpass teilweise leichter auszugleichen.

Standardisierte Komponenten können häufig in unterschiedlichen Smartphones eingesetzt werden.

Beim Displaytreiber funktioniert das jedoch nicht so einfach.

Das Galaxy Z Fold8, Galaxy Z Fold8 Ultra und Galaxy Z Flip8 verwenden unterschiedliche Displaykonfigurationen. Entsprechend sind auch die jeweiligen DDI-Lösungen auf das konkrete Panel abgestimmt.

Samsung kann deshalb nicht einfach überschüssige Displaychips eines anderen Modells in das Fold8 einbauen.

Genau diese geringe Austauschbarkeit macht den DDI derzeit offenbar zum Flaschenhals.

Produktion eines neuen Chips dauert Monate

Auch eine kurzfristige Nachproduktion ist schwierig.

Laut dem Bericht benötigt allein die reguläre Fertigung vom Start der Waferproduktion bis zum fertigen DDI ungefähr vier Monate.

Anschließend ist der Produktionsprozess noch nicht beendet.

Der fertige Displaytreiber muss mit dem von Samsung Display produzierten OLED-Panel verbunden werden. Erst danach kann das komplette Displaymodul in einem Galaxy Z Fold8 verbaut werden.

Eine heute erhöhte Bestellung löst das Problem deshalb nicht unmittelbar.

Samsung greift offenbar auf Reserven für 2027 zurück

Samsung soll deshalb zu einer ungewöhnlichen Lösung greifen.

Nach Angaben aus der Branche sollen DDI-Bestände beziehungsweise Produktionsmengen, die ursprünglich für Entwicklungsarbeiten im kommenden Jahr vorgesehen waren, teilweise für die aktuelle Serienproduktion des Galaxy Z Fold8 verwendet werden.

Damit versucht Samsung offenbar, die Zeit zu überbrücken, bis zusätzliche reguläre Produktionsmengen verfügbar sind.

Das ist gleichzeitig ein interessantes Signal.

Hersteller verschieben normalerweise nicht ohne Grund Bauteile aus zukünftigen Entwicklungsprojekten in die aktuelle Massenproduktion.

Sollte die Information zutreffen, scheint Samsung tatsächlich kurzfristig mehr Galaxy Z Fold8 bauen zu wollen als ursprünglich geplant.

Auch Scharniere und UTG werden stärker bestellt

Der Displaychip ist zudem offenbar nicht das einzige Bauteil, von dem Samsung inzwischen mehr benötigt.

Laut ZDNet Korea wurden auch Bestellungen für Scharniere und Ultra Thin Glass (UTG) erhöht.

Beide Komponenten sind für Foldables besonders wichtig.

Das Scharnier bestimmt maßgeblich, wie das Gerät öffnet und wie stark das flexible Display beim Falten belastet wird.

Ultra Thin Glass bildet wiederum einen Teil der flexiblen Schutzstruktur über dem OLED-Panel.

Dass Samsung gleichzeitig mehrere Foldable-spezifische Komponenten nachbestellt, unterstützt die Annahme, dass tatsächlich die geplante Produktionsmenge des Fold8 erhöht werden soll.

Fold8 scheint Samsungs Überraschungserfolg zu sein

Besonders interessant ist der Vergleich innerhalb der neuen Galaxy-Z-Familie.

Samsung bietet 2026 gleich drei unterschiedliche Foldables an:

Galaxy Z Flip8: kompaktes Klapp-Smartphone

Galaxy Z Fold8: neues, breiteres „Passport“-Format

Galaxy Z Fold8 Ultra: großes klassisches Premium-Foldable

Gerade das neu positionierte Fold8 scheint dabei stärker zu laufen als ursprünglich erwartet.

Bereits bei den europäischen Vorbestellungen entfielen fast 40 Prozent auf dieses Modell.

Auch aus anderen Regionen wird von einer hohen Nachfrage berichtet.

Das deutet darauf hin, dass Samsung mit dem neuen Format möglicherweise einen wichtigen Punkt getroffen hat.

Das Passport-Format könnte entscheidend sein

Bisherige große Foldables hatten häufig ein grundlegendes Problem.

Geschlossen waren sie vergleichsweise schmal, dick oder ungewöhnlich proportioniert. Erst aufgeklappt zeigten sie ihren eigentlichen Vorteil.

Das Galaxy Z Fold8 verfolgt einen etwas anderen Ansatz und setzt stärker auf ein breiteres, smartphoneähnliches Format.

Dadurch soll sich das Gerät auch geschlossen weniger wie ein Kompromiss anfühlen.

Genau das könnte für viele Käufer entscheidend sein.

Denn ein Foldable wird erst dann wirklich alltagstauglich, wenn man es nicht ständig aufklappen muss, um es komfortabel verwenden zu können.

Noch bedeutet der Engpass keinen Lieferstopp

Wichtig ist allerdings die Einordnung.

Aus dem aktuellen Bericht folgt nicht automatisch, dass das Galaxy Z Fold8 unmittelbar überall ausverkauft sein wird.

Samsung besitzt vorhandene Komponentenbestände und versucht gleichzeitig, die Produktion zu erhöhen.

Es handelt sich zunächst um einen Engpass innerhalb der Lieferkette.

Ob dieser tatsächlich zu längeren Lieferzeiten für Endkunden führt, hängt davon ab, wie groß Samsungs Lagerbestände sind und wie sich die Nachfrage in den kommenden Wochen entwickelt.

Von einem generellen Lieferstopp kann deshalb derzeit keine Rede sein.

Engpass ist trotzdem ein positives Signal für Samsung

Normalerweise ist ein Bauteilemangel für einen Hersteller schlechte Nachricht.

In diesem Fall besitzt er allerdings eine interessante Ursache:

Samsung scheint mehr Galaxy Z Fold8 verkaufen zu können als ursprünglich eingeplant.

Damit passt die neue Information zu den bereits bekannten Vorbestellzahlen.

Noch vor wenigen Jahren bestand eine der größten Fragen bei Foldables darin, ob überhaupt genügend Käufer bereit sind, viel Geld für ein faltbares Smartphone auszugeben.

Beim Fold8 scheint Samsung nun zumindest zeitweise mit dem umgekehrten Problem konfrontiert zu sein.

Die Nachfrage ist offenbar schneller gestiegen als die dafür geplante Lieferkette.

Apple könnte den Druck zusätzlich erhöhen

Die Entwicklung wird noch interessanter, wenn Apple tatsächlich in wenigen Tagen sein erstes Foldable präsentiert.

Für flexible OLED-Panels, Ultra Thin Glass, Scharniere und andere Spezialkomponenten könnte die Nachfrage dann branchenweit weiter steigen.

Samsung muss deshalb nicht nur genügend Komponenten für die eigene Foldable-Produktion sichern.

Die gesamte Zulieferindustrie bereitet sich gleichzeitig auf einen möglicherweise deutlich größeren Foldable-Markt vor.

Gerade hochspezialisierte Komponenten könnten dadurch kurzfristig immer wieder zum Flaschenhals werden.

Fazit: Ein winziger Chip bremst Samsungs Foldable-Erfolg

Beim Galaxy Z Fold8 zeigt sich gerade sehr anschaulich, wie komplex die Produktion eines modernen Foldables geworden ist.

Samsung kann nicht einfach beschließen, kurzfristig hunderttausende zusätzliche Geräte zu bauen.

OLED-Panel, Ultra Thin Glass, Scharniere und spezialisierte Halbleiter müssen in ausreichender Menge verfügbar sein.

Momentan scheint ausgerechnet der Display Driver IC zum Engpass zu werden.

Für Samsung ist das ärgerlich – gleichzeitig ist die Ursache bemerkenswert:

Das Galaxy Z Fold8 verkauft sich offenbar besser, als Samsung selbst erwartet hatte.

Sollte die Nachfrage auf diesem Niveau bleiben, könnte das neue Passport-Format damit zu einem der wichtigsten Foldable-Erfolge des Herstellers werden.

Quellen

ZDNet Korea, 28. August 2026 – Bericht über den DDI-Engpass beim Galaxy Z Fold8
Samsung Newsroom, August 2026 – europäische Vorbestellzahlen der neuen Galaxy-Z-Serie
Sammy Fans, 28. August 2026 – internationale Einordnung des aktuellen Lieferkettenberichts