Es war eines der spektakulärsten Smartphones der vergangenen Jahre: Mit dem Galaxy Z TriFold brachte Samsung erstmals ein Smartphone auf den Markt, das sich über zwei Scharniere zu einem rund 10 Zoll großen Display entfalten lässt.

Trotz mehrfach ausverkaufter Verkaufsaktionen blieb die tatsächliche Stückzahl allerdings erstaunlich klein.

Nach aktuellen Brancheninformationen wurden weltweit lediglich rund 30.000 Galaxy Z TriFold ausgeliefert.

Zum Vergleich: Von gewöhnlichen Premium-Smartphones werden Millionen Geräte verkauft.

War Samsungs Tri-Fold damit ein Flop?

Nicht unbedingt. Vieles spricht dafür, dass Samsung mit der ersten Generation von Anfang an ein völlig anderes Ziel verfolgte.

Nur rund 30.000 Geräte weltweit

Die aktuelle Zahl stammt aus einem Bericht des taiwanischen Branchenmediums DigiTimes.

Demnach erreichte Samsungs erstes Tri-Fold weltweit lediglich ungefähr 30.000 ausgelieferte Geräte.

Auf den ersten Blick erscheint das extrem wenig.

Selbst klassische Foldables wie Samsungs Galaxy-Z-Fold-Serie erreichen inzwischen Stückzahlen im Millionenbereich. Allein die neue Fold8-Generation wird in völlig anderen Größenordnungen produziert.

Das TriFold blieb dagegen ein ausgesprochen exklusives Produkt.

Trotzdem war das TriFold immer wieder ausverkauft

Interessanterweise bedeutet die niedrige Stückzahl nicht, dass Samsung auf seinen Geräten sitzen blieb.

Ganz im Gegenteil.

Das Galaxy Z TriFold war in mehreren Märkten bereits kurz nach Verkaufsbeginn vergriffen.

In Südkorea waren sowohl die erste Verkaufsrunde als auch spätere Nachlieferungen schnell ausverkauft.

Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten war eine erste Lieferung von lediglich rund 500 Geräten nach Branchenberichten praktisch unmittelbar vergriffen.

Das Problem war deshalb offenbar weniger die Nachfrage als vielmehr das begrenzte Angebot.

Fast 3.000 Dollar für ein Smartphone

Hinzu kam der außergewöhnlich hohe Preis.

In den USA startete das Galaxy Z TriFold für 2.899 US-Dollar.

Damit kostete das Gerät deutlich mehr als selbst viele hochwertige Notebooks und Tablets.

Für ein Smartphone ist das eine enorme Einstiegshürde.

Samsung dürfte allerdings gar nicht erwartet haben, dass Millionen Menschen die erste Generation kaufen.

Das TriFold war vielmehr eine Möglichkeit, eine völlig neue Gerätekategorie unter realen Bedingungen zu testen.

Zwei Scharniere machen die Produktion kompliziert

Der technische Aufwand eines Tri-Folds ist erheblich größer als bei einem normalen Foldable.

Ein Galaxy Z Fold besitzt ein Scharnier und eine Faltstelle.

Das TriFold benötigt dagegen:

drei Gehäusesegmente, zwei Scharniere und zwei Faltbereiche im Display.

Samsung verwendet dafür sogar zwei unterschiedlich große Scharniere.

Die Konstruktion muss gewährleisten, dass alle drei Bereiche im geschlossenen Zustand möglichst präzise aufeinanderliegen.

Gleichzeitig darf das Gerät aufgeklappt keine ungleichmäßige Oberfläche bilden.

Schon kleinste Fertigungstoleranzen können deshalb problematisch werden.

Samsung testet das Display mit 200.000 Faltzyklen

Wie aufwendig die Konstruktion ist, zeigt auch Samsungs eigenes Testverfahren.

Das Hauptdisplay wird laut Hersteller auf 200.000 Faltzyklen getestet.

Samsung rechnet dies mit ungefähr 100 Faltvorgängen pro Tag über fünf Jahre um.

Zusätzlich kommen unter anderem 3D-Laserscans und spezielle Prüfverfahren für die flexible Elektronik zum Einsatz.

Das zeigt, dass ein Tri-Fold nicht einfach ein normales Foldable mit einem zusätzlichen Scharnier ist.

Die gesamte Konstruktion wird erheblich komplexer.

Samsung verdiente möglicherweise kaum Geld damit

Branchenberichte hatten bereits nach dem Verkaufsstart darauf hingewiesen, dass die Herstellungskosten des Galaxy Z TriFold außergewöhnlich hoch seien.

Teilweise wurde sogar davon ausgegangen, dass Samsung mit einzelnen Geräten trotz des hohen Verkaufspreises kaum oder überhaupt keinen Gewinn erzielt.

Das würde auch erklären, warum Samsung die Produktion nicht einfach stark erhöht hat, obwohl verfügbare Geräte schnell verkauft wurden.

Mehr Geräte zu produzieren ergibt wirtschaftlich wenig Sinn, wenn die Fertigung kaum profitabel skaliert werden kann.

Das TriFold war möglicherweise nie als Massenprodukt gedacht

Damit verändert sich die Bewertung der 30.000 Stück erheblich.

Wenn Samsung das TriFold wie ein gewöhnliches Smartphone geplant hätte, wären 30.000 Geräte zweifellos enttäuschend.

Als Technologieträger sieht die Sache anders aus.

Samsung konnte mit der ersten Generation unter anderem herausfinden:

  • Wie zuverlässig funktionieren zwei Scharniere im Alltag?
  • Wie reagieren Käufer auf ein 10-Zoll-Display im Smartphone?
  • Wie haltbar ist die Konstruktion?
  • Welche Produktionsschritte verursachen besonders hohe Kosten?
  • Wie häufig nutzen Käufer das Gerät tatsächlich vollständig aufgeklappt?
  • Gibt es überhaupt Nachfrage nach einem Smartphone für fast 3.000 Dollar?

Diese Erkenntnisse können für eine zweite Generation erheblich wertvoller sein als kurzfristige Verkaufszahlen.

Zweite Generation soll 2027 kommen

Und offenbar ist Samsung mit dem Experiment noch nicht fertig.

Nach aktuellen Brancheninformationen wird eine zweite Tri-Fold-Generation für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.

Dabei sollen vor allem drei Bereiche verbessert werden:

Dicke, Haltbarkeit und Massenproduzierbarkeit.

Gerade der letzte Punkt ist entscheidend.

Wenn Samsung die Konstruktion vereinfachen und die Produktionsausbeute erhöhen kann, könnten die Herstellungskosten deutlich sinken.

Erst dann hätte ein Tri-Fold überhaupt eine realistische Chance, vom Technologieträger zum regulären Premiumprodukt zu werden.

Der Preis muss deutlich sinken

Ein weiterer entscheidender Faktor wird der Preis sein.

Knapp 3.000 Dollar begrenzen die mögliche Zielgruppe automatisch.

Selbst technikbegeisterte Käufer müssen sich bei einem solchen Betrag fragen, ob der zusätzliche Faltmechanismus den enormen Aufpreis gegenüber einem normalen Foldable rechtfertigt.

Langfristig müsste ein Tri-Fold deshalb wahrscheinlich deutlich näher an die Preise klassischer Foldables heranrücken.

Das dürfte allerdings erst möglich werden, wenn Displays, Scharniere und Fertigungsprozesse günstiger werden.

Huawei verfolgt einen anderen Weg

Samsung ist zudem nicht allein.

Huawei gehört zu den wichtigsten Herstellern im noch jungen Tri-Fold-Segment und arbeitet bereits an der nächsten Generation seines Mate XT.

Die beiden Hersteller verfolgen dabei unterschiedliche Konstruktionsansätze.

Dieser Wettbewerb ist für die Entwicklung der Geräteklasse wichtig.

Noch weiß niemand, welche Faltmechanik sich langfristig durchsetzt – oder ob Tri-Folds überhaupt mehr als eine kleine Premium-Nische werden.

Rollbare Smartphones könnten schon die nächste Konkurrenz sein

Gleichzeitig arbeitet die Displayindustrie bereits am nächsten Konzept.

Neben Tri-Folds werden rollbare Displays zunehmend interessant.

Dabei müsste ein Smartphone nicht mehrfach gefaltet werden. Stattdessen könnte ein flexibles Display bei Bedarf aus dem Gehäuse herausfahren beziehungsweise ausgerollt werden.

Das hätte theoretisch einen großen Vorteil:

Statt zwei sichtbarer Faltstellen könnte eine weitgehend durchgehende Displayfläche entstehen.

Dafür entstehen wiederum völlig neue Herausforderungen bei Mechanik, Haltbarkeit und Schutz des flexiblen Panels.

Tri-Folds sind deshalb möglicherweise nicht das Endstadium der Entwicklung, sondern nur eine Zwischenstufe.

30.000 Geräte können trotzdem wichtig sein

Die Geschichte der Technik ist voller Produkte, deren erste Generation nur in kleinen Stückzahlen verkauft wurde.

Entscheidend ist nicht immer, wie viele Geräte sofort verkauft werden.

Manchmal geht es darum, eine Technologie überhaupt erstmals außerhalb eines Labors in die Hände echter Nutzer zu bringen.

Genau so lässt sich Samsungs erstes TriFold betrachten.

Die rund 30.000 Käufer waren damit gewissermaßen eine sehr große öffentliche Testgruppe für eine völlig neue Smartphone-Konstruktion.

Fazit: Kein Verkaufsschlager – aber vielleicht genau so geplant

30.000 Geräte weltweit sind für Samsung-Verhältnisse verschwindend wenig.

Trotzdem wäre es zu einfach, das Galaxy Z TriFold deshalb als Flop abzuschreiben.

Das Gerät war extrem teuer, aufwendig zu produzieren und nur begrenzt verfügbar. Gleichzeitig waren vorhandene Stückzahlen wiederholt schnell ausverkauft.

Vieles spricht deshalb dafür, dass Samsung mit der ersten Generation vor allem eines wollte:

herausfinden, ob ein dreifach aufklappbares Smartphone technisch und praktisch funktioniert.

Die eigentlich entscheidende Generation könnte deshalb erst 2027 erscheinen.

Wenn Samsung das nächste TriFold dünner, robuster, günstiger und in deutlich größeren Stückzahlen produzieren kann, werden die 30.000 Geräte der ersten Generation rückblickend vielleicht weniger wie ein Misserfolg wirken.

Sondern wie der erste große Feldversuch für eine völlig neue Smartphone-Kategorie.

Quellen

DigiTimes, 27. August 2026 – weltweite Galaxy-Z-TriFold-Auslieferungen und Ausblick auf die zweite Generation
Samsung Newsroom Deutschland – Konstruktion und Fertigung des Galaxy Z TriFold
DigiTimes, Dezember 2025 – Produktion, Nachfrage und Herstellungskosten des ersten Galaxy Z TriFold