Faltbare Smartphones kommen einem Tablet immer näher. Aufgeklappt bieten aktuelle Foldables große Displays, Multitasking und genügend Leistung für nahezu alle mobilen Anwendungen. Gleichzeitig verschwinden sie nach dem Zusammenklappen wieder in der Hosentasche. Braucht man da überhaupt noch ein separates Tablet?
Ganz so weit ist die Entwicklung noch nicht. Für bestimmte Nutzer können Foldables ein kleines Tablet allerdings bereits heute ersetzen.
Der größte Vorteil eines Foldables liegt auf der Hand: Statt Smartphone und Tablet mitzunehmen, steckt nur noch ein Gerät in der Tasche.
Aktuelle Modelle zeigen, wie weit dieses Konzept inzwischen gekommen ist. Das Samsung Galaxy Z Fold8 beispielsweise besitzt im aufgeklappten Zustand ein 7,6 Zoll großes Innendisplay. Googles Pixel-Fold-Serie bewegt sich ebenfalls in der Größenordnung von rund acht Zoll.
Damit befinden sich solche Geräte bereits in einem Bereich, der früher kleinen Tablets vorbehalten war.
Für typische Anwendungen wie
kann ein großes Foldable deshalb tatsächlich ein zusätzliches Mini-Tablet ersetzen.
Der Komfort hat allerdings seinen Preis.
Leistungsfähige Foldables gehören weiterhin zur teuersten Smartphone-Klasse. Geräte dieser Kategorie kosten häufig deutlich mehr als 1.500 Euro beziehungsweise Dollar.
Ein gutes Tablet ist dagegen schon für einen Bruchteil davon erhältlich.
Wer ohnehin ein hochwertiges Smartphone besitzt, kann deshalb finanziell weiterhin besser damit fahren, zusätzlich ein günstigeres Tablet zu kaufen, statt beide Geräte durch ein teures Foldable zu ersetzen.
Genau dieser Preisunterschied dürfte einer der Hauptgründe dafür sein, warum klassische Tablets vorerst nicht verschwinden werden.
Hinzu kommt die Bildschirmgröße.
Die großen Foldables konkurrieren in erster Linie mit kompakten Tablets. Ein aufgeklapptes Smartphone mit etwa acht Zoll Display kann beispielsweise eine Alternative zu Geräten aus der Größenklasse eines iPad mini sein.
Anders sieht es bei Tablets mit 11, 12 oder sogar 13 Zoll aus.
Wer ein großes Tablet zum Arbeiten, Zeichnen, Bearbeiten von Fotos oder Videos oder als Notebook-Ersatz verwendet, bekommt mit einem heutigen Foldable noch keinen vollwertigen Ersatz.
Auch Tastaturen, Stifte und anderes Zubehör sind für klassische Tablets meist in größerer Auswahl verfügbar.
Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt: das große Display benötigt Energie.
Wer ein Foldable überwiegend aufgeklappt benutzt, fordert den Akku entsprechend stark. Gleichzeitig steht den Herstellern wegen des kompakten Gehäuses weniger Platz für große Akkus zur Verfügung als bei einem Tablet.
Ein klassisches Tablet kann deshalb insbesondere bei längeren Arbeits- oder Streaming-Sessions weiterhin die praktischere Lösung sein.
Foldables sind in den vergangenen Jahren deutlich robuster geworden. Dennoch ist ihre Konstruktion komplexer als bei einem klassischen Smartphone oder Tablet.
Scharnier und flexibles Display stellen zusätzliche mechanische Komponenten dar. Gerade bei einem Gerät, das deutlich mehr als 1.000 Euro kostet und täglich viele Male auf- und zugeklappt wird, spielt die langfristige Haltbarkeit deshalb eine wichtige Rolle.
Auch hier besitzen klassische Tablets konstruktionsbedingt einen Vorteil: Es gibt schlicht keinen Faltmechanismus.
Besonders interessant wird die Entwicklung deshalb für kleine Tablets.
Wer sein Tablet hauptsächlich auf dem Sofa zum Lesen, Surfen oder Videoschauen verwendet, könnte sich durchaus fragen, warum er künftig noch ein zweites Gerät benötigt.
Ein Foldable liefert schließlich:
Smartphone unterwegs → aufklappen → kleines Tablet.
Je dünner, leichter und günstiger diese Geräte werden, desto überzeugender wird dieses Konzept.
Für Hersteller kleiner Tablets könnte das langfristig tatsächlich zum Problem werden.
Besonders spannend wird deshalb Apples Einstieg in den Foldable-Markt.
Seit Jahren gibt es Berichte über ein faltbares iPhone. Sollte Apple ein solches Gerät etablieren, könnte das Foldable-Konzept erstmals eine deutlich größere Zielgruppe erreichen.
Gleichzeitig wird über noch größere faltbare Apple-Geräte spekuliert. Damit könnten sich die Grenzen zwischen iPhone, iPad und möglicherweise sogar MacBook langfristig weiter verschieben.
Gerade deshalb dürfte die Frage künftig nicht mehr nur lauten:
„Smartphone oder Tablet?“
Sondern möglicherweise:
„Welche Displaygröße brauche ich – und muss dieses Display überhaupt dauerhaft ausgeklappt sein?“
Klassische Tablets werden durch Foldables in absehbarer Zeit nicht überflüssig.
Für große Displays, produktives Arbeiten, lange Akkulaufzeiten und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis besitzen Tablets weiterhin klare Vorteile.
Anders sieht es bei kleinen Tablets aus.
Wer hauptsächlich Medien konsumiert, im Internet surft und gelegentlich mehrere Apps gleichzeitig nutzt, kann diese Aufgaben bereits heute mit einem großen Foldable erledigen.
Foldables werden Tablets deshalb vermutlich nicht vollständig ersetzen. Sie könnten aber dafür sorgen, dass das klassische kleine Tablet langfristig zu einer immer kleineren Nische wird.
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