Was müsste ein neues Smartphone bieten, damit sich ein Wechsel wirklich lohnt? Eine aktuelle europäische Untersuchung im Auftrag von Samsung liefert darauf interessante Antworten – und zeigt gleichzeitig, warum der Hersteller große Chancen für Geräte wie das Galaxy Z Fold8 sieht.
Nach den veröffentlichten Ergebnissen wünschen sich viele Nutzer vor allem mehr Bildschirmfläche, bessere Möglichkeiten für Multitasking und Funktionen, die ihnen im Alltag tatsächlich Zeit sparen.
Samsung interpretiert die Ergebnisse naturgemäß als Argument für seine neue Foldable-Generation. Doch auch unabhängig vom Marketing ist die Untersuchung interessant: Einige der meistgenannten Wünsche gehören tatsächlich zu den Bereichen, in denen faltbare Smartphones gegenüber klassischen Geräten einen konstruktiven Vorteil besitzen.
Eine der auffälligsten Zahlen der Untersuchung lautet 85 Prozent.
So hoch ist der Anteil der Befragten, die mindestens eine Funktion beziehungsweise Eigenschaft nennen, die ihnen bei ihrem aktuellen Smartphone fehlt oder die sie sich zusätzlich wünschen.
Das bedeutet allerdings ausdrücklich nicht, dass 85 Prozent ein Galaxy Z Fold8 kaufen möchten.
Die Zahl beschreibt vielmehr eine allgemeine Unzufriedenheit mit bestimmten Fähigkeiten heutiger Smartphones.
Samsung stellt anschließend die Verbindung zu seinem Foldable her.
Diese Unterscheidung ist wichtig.
Klassische Smartphones haben sich in den vergangenen Jahren enorm verbessert.
Kameras werden leistungsfähiger, Prozessoren schneller und Displays heller.
Am grundlegenden Konzept hat sich dagegen kaum etwas verändert.
Ein Smartphone von 2026 sieht einem Gerät von vor fünf Jahren noch immer erstaunlich ähnlich: rechteckiges Gehäuse, großes Touchdisplay und mehrere Kameras auf der Rückseite.
Für Hersteller wird es dadurch schwieriger, Nutzern einen überzeugenden Grund für ein Upgrade zu liefern.
Foldables versuchen genau dieses Problem zu lösen.
Statt lediglich einzelne Komponenten zu verbessern, verändern sie die verfügbare Bildschirmfläche.
Das zentrale Argument großer Foldables ist einfach:
Im geschlossenen Zustand sollen sie als normales Smartphone funktionieren. Wird mehr Platz benötigt, lässt sich das Gerät öffnen.
Damit entsteht eine zusätzliche Nutzungsebene, die klassische Smartphones konstruktionsbedingt nicht bieten können.
Besonders interessant ist das bei Aufgaben wie:
Genau hier versucht Samsung das Galaxy Z Fold8 zu positionieren.
Einer der größten praktischen Unterschiede zwischen einem klassischen Smartphone und einem großen Foldable zeigt sich beim Multitasking.
Natürlich können auch normale Smartphones mehrere Anwendungen gleichzeitig ausführen.
Das Problem ist der verfügbare Platz.
Wer beispielsweise gleichzeitig einen Browser und eine Notiz-App auf einem gewöhnlichen Smartphone öffnet, muss beide Anwendungen auf einer relativ kleinen Fläche unterbringen.
Auf einem aufgeklappten Foldable steht erheblich mehr Platz zur Verfügung.
Zwei Apps können nebeneinander angezeigt werden, ohne dass beide nahezu unbenutzbar klein werden.
Genau solche Anwendungen könnten langfristig wichtiger werden als der reine Wow-Effekt eines faltbaren Displays.
Hinzu kommt ein weiterer Trend: künstliche Intelligenz.
Smartphone-Hersteller integrieren immer mehr KI-Funktionen in ihre Betriebssysteme.
Damit verändert sich teilweise auch die Bedienung.
Ein Nutzer könnte beispielsweise auf einer Seite recherchieren und gleichzeitig auf der anderen Seite Ergebnisse einer KI-Anwendung anzeigen lassen.
Oder ein Dokument öffnen, während daneben automatisch Informationen zusammengefasst werden.
Für solche parallelen Arbeitsabläufe bietet ein größeres Display einen offensichtlichen Vorteil.
Foldables könnten deshalb ausgerechnet durch den KI-Boom einen zusätzlichen Nutzen erhalten.
Wenn größere Displays so praktisch sind, stellt sich eine naheliegende Frage:
Warum besitzt dann nicht längst jeder ein Foldable?
Die Antwort liegt in den weiterhin vorhandenen Nachteilen.
Foldables sind meistens:
teurer, schwerer und technisch komplexer als klassische Smartphones.
Hinzu kommen Sorgen hinsichtlich der Haltbarkeit des flexiblen Displays und des Scharniers.
Auch die sichtbare Displayfalte stört manche Nutzer.
Der Mehrwert des größeren Bildschirms muss deshalb groß genug sein, um diese Nachteile auszugleichen.
Samsung versucht mit der aktuellen Fold-Generation mehrere dieser Kritikpunkte anzugehen.
Das Galaxy Z Fold8 soll sich geschlossen stärker wie ein normales Smartphone anfühlen und gleichzeitig im geöffneten Zustand die Vorteile eines deutlich größeren Displays bieten.
Gerade das breitere Format könnte dabei entscheidend sein.
Frühere Fold-Generationen wirkten geschlossen teilweise ungewöhnlich schmal.
Dadurch entstand paradoxerweise eine Situation, in der Nutzer ihr Foldable häufiger öffnen mussten, obwohl sie eigentlich nur eine gewöhnliche Smartphone-Aufgabe erledigen wollten.
Ein besser nutzbares Außendisplay könnte dieses Problem reduzieren.
Bei der Interpretation der Zahlen darf ein wichtiger Punkt nicht fehlen.
Die Untersuchung wurde im Auftrag von Samsung durchgeführt und wird vom Unternehmen verwendet, um die Vorteile seiner eigenen Produkte hervorzuheben.
Das macht die Ergebnisse nicht automatisch falsch.
Es bedeutet aber, dass die daraus gezogenen Schlussfolgerungen nicht als unabhängige Marktstudie betrachtet werden sollten.
Wenn Samsung beispielsweise feststellt, dass Nutzer größere Displays oder besseres Multitasking wünschen und anschließend erklärt, das Galaxy Z Fold8 erfülle genau diese Wünsche, handelt es sich selbstverständlich auch um Produktmarketing.
Für eine unabhängige Bewertung müssen deshalb beide Ebenen getrennt werden:
Was haben die Befragten tatsächlich angegeben?
und
Welche Schlussfolgerung zieht Samsung daraus?
Auch aus einem anderen Grund wäre es falsch, die 85-Prozent-Zahl direkt auf Foldables zu übertragen.
Ein Nutzer kann sich beispielsweise bessere Akkulaufzeit, eine bessere Kamera oder schnellere Software wünschen.
Daraus folgt noch lange nicht, dass er deshalb ein faltbares Smartphone kaufen möchte.
Selbst der Wunsch nach einem größeren Bildschirm bedeutet nicht automatisch Foldable-Interesse.
Manche Nutzer könnten stattdessen ein größeres klassisches Smartphone oder zusätzlich ein Tablet bevorzugen.
Die Umfrage zeigt deshalb vor allem eines:
Bei klassischen Smartphones gibt es weiterhin unerfüllte Nutzerwünsche.
Ob Foldables die beste Antwort darauf sind, muss sich im Markt erst zeigen.
Spannend wird die Untersuchung allerdings im Zusammenhang mit den aktuellen Verkaufszahlen.
Samsung hat bereits berichtet, dass die neue Galaxy-Z-Generation in Europa deutlich stärker gestartet ist als ihre Vorgänger.
Besonders das Galaxy Z Fold8 entwickelte sich dabei zum Überraschungserfolg.
Inzwischen gibt es sogar Berichte, dass Samsung aufgrund der hohen Nachfrage zusätzliche Komponenten bestellen muss und ein spezieller Displaytreiber-Chip zum Produktionsengpass geworden ist.
Damit existiert zumindest ein erstes Indiz dafür, dass Samsungs neue Foldable-Strategie tatsächlich mehr Käufer erreicht.
Langfristig dürfte der Erfolg faltbarer Smartphones ohnehin nicht davon abhängen, wie spektakulär das Aufklappen aussieht.
Die entscheidende Frage lautet:
Kann ich mit diesem Gerät etwas besser erledigen als mit einem normalen Smartphone?
Genau dort liegt die eigentliche Bedeutung solcher Nutzerstudien.
Wenn ein größeres Display lediglich größer ist, reicht das nicht.
Wenn Nutzer dadurch aber beispielsweise schneller arbeiten, weniger zwischen Apps wechseln oder unterwegs häufiger auf ein Tablet verzichten können, entsteht ein konkreter Mehrwert.
Dann wird aus dem Foldable-Gimmick ein Werkzeug.
Die aktuelle Samsung-Untersuchung liefert eine attraktive Schlagzeile: 85 Prozent der Befragten vermissen mindestens eine Funktion bei ihrem Smartphone.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass 85 Prozent ein Galaxy Z Fold8 oder überhaupt ein Foldable haben möchten.
Interessanter ist etwas anderes.
Viele Wünsche moderner Smartphone-Nutzer betreffen genau die Bereiche, in denen ein faltbares Gerät konstruktionsbedingt Vorteile bieten kann: mehr Bildschirmfläche, produktiveres Multitasking und neue Nutzungsmöglichkeiten.
Gleichzeitig muss Samsung beweisen, dass diese Vorteile den höheren Preis und die konstruktionsbedingten Nachteile eines Foldables rechtfertigen.
Die aktuell starke Nachfrage nach dem Galaxy Z Fold8 deutet zumindest darauf hin, dass diese Rechnung bei mehr Käufern aufgehen könnte als noch vor wenigen Jahren.
Ob daraus tatsächlich der Durchbruch faltbarer Smartphones in den Massenmarkt entsteht, wird sich allerdings nicht anhand einer Umfrage entscheiden.
Sondern an den Verkaufszahlen der kommenden Jahre.
Samsung – europäische Verbraucherbefragung und Informationen zum Galaxy Z Fold8
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