Huawei könnte seinem kommenden Tri-Fold eine ungewöhnliche Zusatzfunktion spendieren: Das Huawei Mate XT 2 soll Gesundheitsdaten direkt über das Smartphone erfassen können. Für grundlegende Messungen wäre damit möglicherweise weder eine Smartwatch noch ein Fitnessarmband erforderlich.
Die Informationen stammen bislang aus einem Leak und sind von Huawei noch nicht bestätigt. Ganz neu wäre die Technik für den Hersteller allerdings nicht: Huawei verwendet ein ähnliches Verfahren bereits bei anderen Smartphones.
Gesundheitsmessung ohne Smartwatch
Smartphones sammeln und verwalten längst Gesundheitsdaten. Die eigentliche Messung übernehmen normalerweise jedoch externe Geräte wie Smartwatches, Fitnessarmbänder oder medizinische Sensoren.
Beim Mate XT 2 könnte Huawei diesen Ansatz zumindest teilweise ändern.
Nach aktuellen Informationen soll das neue Tri-Fold eine Funktion erhalten, mit der bestimmte Gesundheitswerte direkt über das Smartphone gemessen werden können.
Dazu müsste der Nutzer für eine Messung lediglich einen Finger auf einen bestimmten Bereich der Rückseite des Geräts legen.
Herzfrequenzmessung über Licht
Technisch könnte Huawei dabei auf ein bereits bekanntes Verfahren zurückgreifen.
Bei entsprechenden Huawei-Smartphones lässt sich die Herzfrequenz über den Bereich der rückseitigen Kamera beziehungsweise des Blitzes bestimmen.
Dabei werden durch Licht verursachte Veränderungen im Blutfluss des Fingers erfasst. Das zugrunde liegende Verfahren wird als Photoplethysmographie (PPG) bezeichnet.
Vereinfacht gesagt erkennt das Gerät minimale Veränderungen des Blutvolumens, die mit jedem Herzschlag entstehen. Daraus lässt sich die Herzfrequenz berechnen.
Eine Messung soll innerhalb weniger Sekunden möglich sein.
Huawei nutzt ähnliche Technik bereits beim Pura 90 Pro
Dass Huawei eine solche Funktion in das Mate XT 2 integriert, wäre durchaus plausibel.
Beim Huawei Pura 90 Pro kommt bereits eine vergleichbare Technik zum Einsatz. Nutzer können dort einen Finger auf den entsprechenden Bereich der Rückseite legen und ihre Herzfrequenz bestimmen lassen.
Das Ergebnis lässt sich anschließend über Huaweis Gesundheitssoftware verwalten.
Das Mate XT 2 würde die Technik deshalb vermutlich nicht völlig neu erfinden. Interessanter wäre vielmehr, dass Huawei sie erstmals in seine außergewöhnliche Tri-Fold-Baureihe integriert.
Welche Werte könnte das Mate XT 2 messen?
Hier ist bei den aktuellen Meldungen Vorsicht angebracht.
Der ursprüngliche Leak spricht allgemein von Gesundheitsüberwachung und nennt insbesondere eine mögliche Herzüberwachung. Verschiedene nachfolgende Berichte bringen darüber hinaus weitere Messwerte ins Spiel.
Als relativ plausibel gilt derzeit:
- Herzfrequenzmessung,
- Erfassung über einen Finger auf der Geräterückseite,
- Speicherung beziehungsweise Auswertung über Huawei Health.
Über weitergehende Funktionen wie Sauerstoffsättigung, Hauttemperatur oder sogar ein EKG wird teilweise ebenfalls spekuliert.
Ob diese Funktionen tatsächlich im Mate XT 2 enthalten sind, ist bislang jedoch nicht ausreichend bestätigt.
Gerade bei Gesundheitsfunktionen sollte deshalb zwischen einem konkreten Leak und daraus abgeleiteten Spekulationen unterschieden werden.
Kann ein Smartphone wirklich eine Smartwatch ersetzen?
Die Behauptung, das Mate XT 2 könne dadurch eine Smartwatch ersetzen, sollte ebenfalls relativiert werden.
Für eine einzelne Messung der Herzfrequenz könnte das Smartphone tatsächlich ausreichen.
Eine Smartwatch besitzt jedoch einen entscheidenden Vorteil: Sie befindet sich über viele Stunden direkt am Körper.
Dadurch kann sie beispielsweise kontinuierlich beziehungsweise regelmäßig Daten sammeln und Veränderungen über längere Zeiträume erkennen.
Ein Smartphone kann das nicht, wenn es auf dem Tisch oder in der Hosentasche liegt.
Das Mate XT 2 könnte eine Smartwatch deshalb für einzelne Messungen teilweise überflüssig machen, aber kaum deren permanente Gesundheitsüberwachung vollständig ersetzen.
Trotzdem ist die Funktion sinnvoll
Gerade für Nutzer ohne Smartwatch könnte die Funktion interessant sein.
Wer beispielsweise nur gelegentlich seine Herzfrequenz überprüfen möchte, müsste dafür kein zusätzliches Wearable kaufen oder mit sich führen.
Das Smartphone ist ohnehin fast immer dabei.
Huawei könnte damit Gesundheitsfunktionen einer größeren Nutzergruppe zugänglich machen – insbesondere Menschen, die bewusst keine Smartwatch tragen möchten.
Das große Tri-Fold-Display könnte einen weiteren Vorteil bieten
Beim Mate XT 2 kommt noch ein besonderer Aspekt hinzu.
Das Gerät lässt sich zweimal aufklappen und bietet anschließend eine tabletähnliche Displayfläche.
Für die eigentliche Messung ist diese Größe zwar nicht erforderlich. Bei der Darstellung und Auswertung von Gesundheitsdaten könnte das große Display jedoch Vorteile bieten.
Verläufe, Diagramme und mehrere Messwerte lassen sich auf einer großen Bildschirmfläche übersichtlicher darstellen als auf einem kleinen Smartwatch-Display.
Das Tri-Fold könnte damit Messgerät und Gesundheits-Dashboard in einem Gerät kombinieren.
Huawei besitzt bereits umfangreiche Erfahrung mit Gesundheitssensoren
Gesundheitsfunktionen spielen in Huaweis Wearable-Sparte schon länger eine große Rolle.
Je nach Modell können Huawei-Uhren unter anderem Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Hauttemperatur und weitere Gesundheitsindikatoren erfassen. Einige Modelle unterstützen darüber hinaus Funktionen wie EKG oder Blutdruckmessungen.
Dass Huawei versucht, zumindest einen Teil dieser Technik auf Smartphones zu übertragen, wäre deshalb ein nachvollziehbarer Schritt.
Allerdings bedeutet die Existenz entsprechender Funktionen in einer Huawei Watch nicht automatisch, dass sämtliche Sensoren auch im Mate XT 2 vorhanden sein werden.
Keine medizinische Diagnose
Auch bei einer möglichen Integration sollte eine solche Funktion nicht mit einem medizinischen Diagnosegerät verwechselt werden.
Huawei weist bei seinen bestehenden Gesundheitsfunktionen selbst darauf hin, dass entsprechende Messwerte grundsätzlich der Information dienen und nicht als Grundlage für medizinische Diagnosen oder Behandlungen verwendet werden sollten. (HUAWEI)
Welche regulatorischen Einschränkungen für das Mate XT 2 gelten würden, hängt außerdem vom jeweiligen Markt und von den tatsächlich angebotenen Funktionen ab.
Vorstellung bereits am 7. September
Lange müssen wir auf Klarheit nicht mehr warten.
Huawei hat die Vorstellung des Mate XT 2 für den 7. September 2026 angekündigt.
Dann dürfte sich zeigen, welche Gesundheitsfunktionen tatsächlich integriert sind und ob Huawei lediglich die bereits bekannte Herzfrequenzmessung übernimmt oder die Technik deutlich erweitert.
Darüber hinaus werden für das neue Tri-Fold ein überarbeiteter Faltmechanismus, ein separates Außendisplay, neue Kameratechnik und ein neuer Kirin-Prozessor erwartet.
Fazit: Kleine Funktion mit interessanter Perspektive
Eine Herzfrequenzmessung allein wäre sicherlich kein Grund, ein extrem teures Tri-Fold zu kaufen.
Interessant ist vielmehr die Richtung, die Huawei damit einschlagen könnte.
Bislang sind Smartphone und Wearable klar getrennt: Das Smartphone verarbeitet Gesundheitsdaten, während eine Uhr oder ein Fitnessarmband sie misst.
Das Mate XT 2 könnte diese Grenze erstmals etwas aufweichen.
Eine Smartwatch wird dadurch noch lange nicht überflüssig. Für gelegentliche Gesundheitsmessungen könnte künftig aber tatsächlich das Smartphone genügen.
Ob Huawei diesen Schritt beim Mate XT 2 wirklich geht, erfahren wir spätestens bei der Präsentation am 7. September.
Quellen
Huawei Central, 27. August 2026 – Leak zu Gesundheitsfunktionen des Mate XT 2
Huawei Support – Informationen zu bestehenden Gesundheitsfunktionen und Huawei Health
Chinesische Berichte zum Mate XT 2 vom 27. August 2026